Neues vom Schnäpper

Kein sensationell gutes Foto, aber ich wollte nicht lange stören:

Hungrige Schnäpperbabys

Das ist augenscheinlich der Nachwuchs unserer ziemlich sicheren Grauschnäpper. Aufs erste Auslösen gingen reflexhaft die Schnäbel auf, dann habe ich noch mal geknipst, und jetzt lassen wir die junge Familie erst mal in Ruhe. Auch wenn das bedeutet, dass der hintere Garagenzugang (das nämlich ist das Weiße links) eine Weile nicht benutzt werden darf …

Jetzt mit Umleitung

Kaum habe ich was Lobendes über mein manuelles Blacklist-System geschrieben, da bricht es auch schon in sich zusammen :-/ Die Bilanz der letzten zehn Tage beläuft sich auf weit über 6000 Spam-Kommentare, von denen es trotz mehrmals aktualisierter Blacklist mehr als tausend bis in die Moderationsschleife geschafft haben, also einzeln angeschaut werden müssen – nach mehreren Jahren befriedigenden Funktionierens muss mein System wohl als gescheitert gelten.

Deshalb habe ich gerade trotz meiner Datenschutzbedenken das Akismet-Plugin aktiviert, d.h. es wird ab jetzt jeder Kommentar über US-Server umgeleitet, auf denen er automatisiert auf typische Spam-Merkmale geprüft wird. Diesem Umstand muss, um das Ganze formal wasserdicht zu machen, bei jedem Kommentieren per Checkbox zugestimmt werden (dafür sorgt das zusätzliche Plugin Akismet Privacy Policies).
Akismet Plugin

Abgesehen vom Datenschutz-Problem bedaure ich es sehr, dass das Kommentieren dadurch umständlicher wird; aber die momentan einzige Alternative wäre, die Kommentarfunktion hier komplett zu schließen, und diesen Schritt möchte ich so lange wie möglich hinauszögern. Wenn Ihr es vermeiden wollt, dass eure privaten Daten von hier aus durch die ganze Welt geschleust werden, dann verwendet gern Pseudonyme und Wegwerf-Mailadressen! Danke für euer erhofftes Verständnis :-)

Fragen Sie gern später noch mal. Viel später.

Selbstverständlich traue ich einem groß angelegten zentralen Datenbankprojekt wie der elektronischen Gesundheitskarte ähnlich weit übern Weg, wie ich einen voll bestückten Server-Schrank werfen kann. Dementsprechend habe ich der Krankenkasse auf Anfrage mitgeteilt, dass ich einstweilen davon absehen möchte, ein Passfoto einzusenden, um meine noch jahrelang gültige Versichertenkarte vorzeitig gegen eine eGK zu tauschen.

Und ich glaube, der Kundendienstmitarbeiter hatte schon von Anfang an kapituliert, er versuchte jedenfalls erst gar nicht, mich mit sachlichen Argumenten umzustimmen. Da kam bloß Aber der Gesetzgeber hat das doch so beschlossen und Bei manchen Ärzten stehen nur noch die neuen Lesegeräte. Vor allem der zweite Einwand geht bei mir ja nach hinten los: Mal ganz abgesehen davon, dass ein Arzt, der das bereits jetzt so handhabt, ein paar ziemlich fragwürdige Botschaften aussendet, würde ich mir eine Diskussion darüber im Bedarfsfall ungern entgehen lassen :-)

Ne, lasst mal, ich verwende mein altes Kärtchen noch möglichst bis zum aufgedruckten Verfallsdatum. Und bis dahin, da lassen die Erfahrungen dieses Landes mit aktuellen Großprojekten hoffen, ist die eGK ja vielleicht endgültig an sich selbst gescheitert …

Manche Sachen sterben nicht aus

Auch eine Art Spam, allerdings meist ausreichend frankiert:

Kettenbrief_Scan

Wirklich faszinierend, diese Dinger: Annähernd inhaltsgleich machten die schon zu meiner Schülerzeit die Runde. Ob sie sich damals auch schon aufs Guinnessbuch beriefen, da bin ich mir unsicher, und ich erinnere mich vage, dass damals nicht bloß auf die Tränendrüse gedrückt, sondern finster geraunt wurde von tragischen Unglücken, die denjenigen widerfuhren, die diesen Brief nicht binnen dreier Tage usw. usf. Auch das ist vermutlich eine Generationen- und Zeitgeistgeschichte – in der Frühzeit des Internets habe ich mal ein paar Jahre keinen Kettenbrief gesehen, aber vermutlich war damals die Ansage, „für jede unterbrochene Kette stirbt irgendwo auf der Welt ein Katzenbaby“ …

Wobei mir einfällt: Hat jemand in letzter Zeit mal was von Hermann, dem Kuchen, gehört?

Mal was Ethisches

Neulich haben wir im kleinen Kreis was diskutiert und sind zu keinem befriedigendem Ergebnis gekommen. Vielleicht fällt jemandem von euch was dazu ein, dann würde ich mich über einen entsprechenden Kommentar freuen:

Jemand ist Hobbygärtner. Es macht ihm mächtig Spaß, in seinem Blumenbeet zu sitzen und hier und da was zu zupfen und zu buddeln. Eines Sonntags überkommt ihn mal wieder die Lust, im Garten zu werkeln. Er macht dabei wohlgemerkt keinen Lärm – weder Rasenmäher noch Häcksler sind in Betrieb. Aber wenn die Nachbarn an der Hecke vorbei auf sein Grundstück schauen, dann sehen sie einen Menschen bei der Gartenarbeit. Und Arbeit am Sonntag – das gehört sich nicht, Punkt. Wenn Jemand es sich nicht nachhaltig mit den Nachbarn verderben möchte, dann sollte er sich an seinem freien Tag sein Lieblingshobby verkneifen.

Mal davon abgesehen, dass es praktisch auf eine Einzelfallabwägung hinausläuft, wie wichtig der nachbarschaftliche Friede ist: Gibt es valide theoretisch-ethische Gründe für beziehungsweise gegen die Aussage Auf die Befindlichkeiten der Nachbarn ist unbedingt Rücksicht zu nehmen?

Loblied der Blacklist

Nicht dass ich an einen Kausalzusammenhang glaubte, aber jedes Mal, wenn ich über Spam schreibe, wird der Befall mit diesem Internet-Ungeziefer gleich noch ein bisschen übler. Zurzeit sind es nicht mehr nur hundert, sondern fast tausend Reklamekommentare pro 24 Stunden – zur Feier dieses Umstands mal ein paar Worte zur manuellen Schädlingsbekämpfung:

Aus Datenschutzüberlegungen verwende ich zwar weder das Akismet-Plugin noch einen der anderen Dienste, die eingehende Kommentare zur Analyse über ihre eigenen Server umleiten. Dennoch laufen aktuell mehr als 95 Prozent der unerwünschten Kommentare nicht in der Moderationsschleife auf, sondern im Spam-Verzeichnis, das ich leichten Herzens unbesehen lösche. Das kommt daher, dass ich hier unter Einstellungen -> Diskussion die Kommentar-Blacklist gut gefüllt habe:

Vor Jahresfrist fand ich mal, ich habe die Adresse jetzt nicht mehr, im Netz eine mehr als 13.000 Einträge lange Liste mit IP-Adressen, von denen aus bekanntermaßen oft Kommentarspam versandt wird. Die filtert schon eine ganze Menge raus; und das bisschen Reklamegelaber, das dann noch bis in die Moderation vordringt, sammle ich im Papierkorb, um dann und wann die zugehörigen IP-Adressen nachzuschlagen. Und was aus Russland oder China oder ähnlich exotischen Ländereien kommt, wird dann der Liste hinzugefügt. Falls jemand mit diesem Zahlenwerk was anfangen kann, bitte sehr :-)

Und ja, ich nehme damit in Kauf, dass womöglich mal jemand aus einer verdächtigen IP-Range in Peking hier ernsthaft kommentieren möchte und dann ungelesen im Orkus landet. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür halte ich für so winzig, dass ich die Komforteinbuße für mich, wenn ich auch noch den Inhalt des Spam-Ordners querlesen sollte, als gravierender empfinde.

Flickr vs. Telekom

Habe mir neugierhalber mal das neue, heftig geschmähte Flickr-Design angeschaut, denn so richtig und sinnvoll es grundsätzlich ist, die eigenen Sachen auf dem eigenen Webspace zu haben: Manchmal wäre es ja schon schön, wieder wie damals mit möglichst vielen Leuten über möglichst viele Fotos zu schnattern. Und ein ganzes Terabyte Speicherplatz selbst im werbefinanzierten Gratis-Account, das ist ja mal ein Wort.

Aber nach ein paar Klicks bin ich fast rückwärts wieder rausgefallen, denn man wird von Fotos geradezu erschlagen: von schierer Masse, komplett unstrukturiert und ungewichtet. Egal ob Explore oder eine beliebige Benutzer-Startseite – alles sieht gleich aus.

Und alles braucht unendlich lange zum Aufbauen. Mit dem neuen Design ist Flickr ein unglaubliches Bandbreitenfresserchen geworden: Beim Aufruf einer einzigen Startseite werden 27, 30 oder auch mal 35 Megabyte an Daten geladen. Das dauert bei meinem Dorf-DSL durchschnittlich mehr als drei Minuten pro Seite und vergrätzt mir den Spaß, bevor er überhaupt begonnen hat.

Dann habe ich mal angefangen nachzurechnen:

Wenn ich jeden Tag auch nur bei zehn Flickr-Bekannten vorbeischauen würde, wäre mein Rechner bloß mit Seitenladen eine halbe oder auch mal eine Dreiviertelstunde beschäftigt. Dabei habe ich noch keine Slideshows angeschaut, nichts kommentiert, nur gewartet.

Und wenn ich mit meiner aktuellen Festnetz-Datenverbindung ein Terabyte Daten hochladen wollte, wäre der Rechner damit ziemlich genau ein Jahr lang beschäftigt (kontinuierlich Tag und Nacht, versteht sich) – in der Praxis ist das verfügbare Terabyte also eine ziemliche Fantasiegröße.

Doch halt: Ich könnte hier draußen auch Breitband-Internet per LTE-Funk haben. Das würde mit nominell 50 MBit Downstream auch richtig Spaß machen (zumindest solange ich der Einzige bin, der gerade den zuständigen Funkturm benutzt). Damit wäre so eine Startseite in ein paar Sekunden geladen statt in ein paar Minuten, mit weniger Zeitaufwand könnte ich bequem auch 30 Leute pro Tag besuchen. Und auch der Upstream wäre viel flotter, ich könnte Flickr also als Backup für massenhaft Bilder in hoher Auflösung verwenden.

Doch halt, again: Zu diesem LTE-Paket hätte ich 15 Gigabyte Inklusivvolumen, bevor die Drossel zupickt und das Internet zur Unbenutzbarkeit ausbremst. Wenn ich also sonst überhaupt nichts im Netz machen würde, als Fotos zu Flickr hochzuladen, müsste ich das verfügbare Terabyte auf 66 einzelne Monate aufteilen – fünfeinhalb Jahre lang jeweils dreieinhalb Stunden Highspeed-Upload, und dann ist das Internet tot bis zum nächsten Ersten. Und auch wenn ich selbst nichts hochlade, sondern nur meine Flickr-Bekannten besuche, ist bei 30 Besuchen täglich das Monatskontingent bereits nach zwei Wochen ausgeschöpft.

Dabei ist noch nichts anderes berücksichtigt: Lass mal täglich nur zwei dienstliche Mails mit großen Dateianhängen kommen, schick einem Kunden über Wuala eine Photoshop-Datei von 150 Megabyte, dann noch ein bisschen Skype, und denk lieber nicht drüber nach, dass alle paar Tage noch Updates fürs Betriebssystem und die wichtigsten Programme geladen werden wollen. Und vor allem: dass es außer dir noch ein paar andere Leute in diesem Haushalt gibt, die vom Inklusivvolumen auch was abhaben wollen …

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Hier passen ein paar Sachen nicht zusammen. Man kann doch nicht das gesamte Arbeits- und Freizeitumfeld ins Internet verlagern wollen und dann faktisch für jedes einzelne Megabyte Datenvolumen die Hand aufhalten! Korrigiere: Man kann das offensichtlich schon, wenn man die entsprechende Marktposition hat und niemand ernsthaft widerspricht.

Crasher Squirrels Urgroßmutter

Lustige Tiere, die posierenden Menschen die Schau stehlen, sind übrigens keine Erfindung des Internet-Zeitalters, wie dieses knapp 100 Jahre alte Foto beweist:

Familienfoto mit hüpfender Ziege

Familienfoto mit hüpfender Ziege (Ausschnitt)

Und was man aus historischen Aufnahmen machen kann, wenn man sie nicht nur, wie dieses hier, husch-husch auf den Scanner legt, das habe ich gerade drüben im Druck-Blog beschrieben.

Spaß mit Spam

Zurzeit reißen die Spam-Kommentare hier wieder die tägliche 100er-Marke, es gibt also einiges zu tun, da ich das Zeug manuell aussortiere. Wirklich lesen oder auch nur querlesen tu ich dabei das wenigste, denn ich lösche immer gleich 20 auf einmal; aber manchmal bleibe ich doch hängen. Neulich zum Beispiel musste ich sehr grinsen über einen, der nicht dem gängigen Schema „Hey, you got a cool site, please have a look at mine“ entsprach, sondern lieber auf Beschimpfung setzte: Das wäre doch alles viel besser lesbar, wenn ich mehr auf meine Rechtschreibung achtete :-)

Und vor einigen Tagen war einer dabei, der sehr anschaulich machte, wie all diese Schwampfkommentare aus Textbausteinen zusammengesetzt werden – der bestand nämlich aus über 16.000 Zeichen voller Variablen zu den unterschiedlichsten pseudosinnvollen Themen. Die hab ich mir dann doch mal rauskopiert zum Aufheben. Auf den ersten Blick am schönsten fand ich dies hier:

{Howdy|Hi there|Hi|Hello}, i read your blog {occasionally|from time to time} and i own a similar one and i was just {wondering|curious} if you get a lot of spam {comments|responses|feedback|remarks}? If so how do you {prevent|reduce|stop|protect against} it, any plugin or anything you can {advise|suggest|recommend}? I get so much lately it’s driving me {mad|insane|crazy} so any {assistance|help|support} is very much appreciated.

Nachtrag 7. Juni: Hm, früher sind die Spamwellen ja immer nach spätestens 48 Stunden wieder abgeflaut. Mittlerweile knirscht nicht nur dieses Blog schon seit mehr als zwei Wochen unter mehreren hundert Spams pro Tag, sondern die Dreckflut schwappt seit einigen Tagen auch auf meiner beruflichen Website an. Und weil ich dort nun gar keine Lust drauf habe, dass das gekapert wird, ist dort bis auf weiteres kein Kommentieren mehr möglich. Schade, aber leider für mich unvermeidlich.