„Nichts gleicht dem Frieden, den fallender Schnee übers Gemüt des Wanderers wirft“, konstatiert Wolfgang Büscher im Winter von North Dakota, am Anfang einer Wanderung quer durch die USA. Drei Monate später wird er (meist zu Fuß, manchmal per Anhalter) die Grenze zwischen Texas und Mexiko erreicht und auf dem Weg dorthin die unterschiedlichsten Menschen getroffen und faszinierende Eindrücke in sich aufgesogen haben. Und wie er den Leser an diesen Erlebnissen teilhaben lässt, mit präzisem Blick für die Details, stets plastisch und bildgewaltig, ohne dass die Metaphern je ins Peinliche kippen, das ist Reiseprosa ganz besonderer Güte. Dazu noch feine Typografie und ein sorgfältiges Redigat (eigenwillige, aber konsequente Kommasetzung inbegriffen) – diese 300 Seiten sind ein Hochgenuss.
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Ansonsten habe ich in letzter Zeit die meisten Neuzugänge aus der Stadtbücherei nach 50 Seiten wieder weggelegt (bis dahin hat fast jedes Buch seine Chance, das ist so meine Faustregel).
„Das Wasser-Syndikat“ von Jens Loewe fand ich vom Thema her spannend, leider war es weder inhaltlich noch gestalterisch erkennbar strukturiert, dafür aber mit unsäglichem Propagandavokabular überfrachtet („rabiate elitär-wirtschaftlich ausgerichtete Globalisierung“), mithin nahezu unlesbar.
Dann war da Karen Duves „Anständig essen“, das mir ja thematisch ebenfalls nahe stehen müsste, das aber stilistisch so gar nicht meinen Geschmack traf.
Weiterhin „Wie klein ist klein?“ von Kenneth W. Ford, ein vermeintlich populärwissenschaftliches Buch über Quantenphysik, das leider dem Irrglauben erliegt, es sei okay, einem Laien unglaublich komplexes Material im Schweinsgalopp zu erklären, wenn man nur genug launige Anekdoten beifüttert.
Und jetzt habe ich auch noch ein Sachbuch am Wickel, derzeit auf Seite 39, da weiß ich noch gar nicht, was ich davon halten soll, aber dazu später.