Selektivstreikerei

Nicht dass wir uns missverstehen: Das Streikrecht in Deutschland finde ich gut und richtig. Was mir momentan jedoch gewaltig auf den Senkel geht, das ist der Umstand, dass sich in meinem Viertel seit nunmehr zehn Tagen kein Briefträger mehr hat blicken lassen, während die Postzustellung im Nachbarort nahezu reibungslos klappt. Kann man das nicht ein bisschen gleichmäßiger einrichten, statt pauschal und willkürlich zu entscheiden, wer im Landkreis kommunizieren darf und wer nicht?

Ein Häufchen Elend

Ich hasse es, wenn es um diese Jahreszeit am Fenster rumst. Meistens ist dann nämlich ein unglücklicher Flugschüler zu betrauern. Dieser hier hat es zumindest überlebt:
Armer Tropf
Aber nun sitzt er da, guckt mal hier-, mal dahin und scheint zu hyperventilieren … können Vögel hyperventilieren? Was macht man denn mit so einem – sich selbst (oder den Krähen nebenan) überlassen?

5 Minuten später: Hurra, er ist weg. Hat noch ein fettes Häufchen hinterlassen, aber es sind zumindest keine Kampfspuren sichtbar …

Niemand wusste, warum er fortging; niemand wusste, wohin er ging

Und doch:

An jenem verzauberten Ort ganz in der Mitte des Waldes wird ein kleiner Junge sein, und sein Bär wird bei ihm sein, und die beiden werden spielen.

Fare thee well, Harry Rowohlt … Sie waren der einzige dubios-zauselbärtige Typ, den ich regelmäßig in meinem Auto mitgenommen habe, und zwar als Vorleser Ihrer eigenen unsagbar schönen Übersetzung von Winnie-the-Pooh. Am Ende des letzten Kapitels musste ich auch beim zehnten Hören noch blinzeln, und heute noch ein bisschen mehr …